SWAN Phoenixsee Dortmund

SWAN | PHOENIX See Dortmund

Hier eine Bildauswahl vom aktuellen Bautenstand der beiden Schwäne.


29.06.2015

SWAN Phoenixsee dortmund planung visualisierung architektur drahtler architekten planungsgruppe
© drahtler-architekten 2013
SWAN Phoenixsee dortmund planung visualisierung architektur drahtler architekten planungsgruppe logo

Projekttyp_   Bürogebäude incl. Wohnen

Projektlaufzeit_   02.2013 - heute

Standort_    Dortmund Germany

Status_   in Arbeit

 

Team_

 Marius Drahtler BDA , Dominik Moldenhauer, Susanne Fell,

 Christopher Weber, Nagehan Köse

 

Entwurfskonzept

„Zuverlässigkeit (…), Eleganz und außergewöhnliche (Segel-) Eigenschaften“* – diese Merkmale liegen neben der soliden Dynamik der SWAN-Bootsreihe auch dem Entwurf des SWAN-Gebäudes von Drahtler Architekten am Phoenixsee zu Grunde.

 

Die im Rahmen des Bebauungsplanes definierte Gebäudekubatur wird in ein erdverbundenes, steinernes Sockelgeschoß ähnlich einer Kaianlage und einen über eine Fuge optisch getrennten „schwebenden“ oder „treibenden“ Baukörper gegliedert. Dessen Leichtigkeit wird durch die schiffsdeckartige Höhenstaffelung mit horizontalen Einschnitten und Verglasungen und die glatten, an moderne GfK-Rümpfe erinnernden Fassadenplatten betont. Zum See hin staffeln sich die Geschosse mit den vorgelagerten Decks, die hier für eine optimale Aussicht abgesenkte Bordwände mit Glasbrüstungen aufweisen.

 

Für den Besucher von der Landseite stellt sich das SWAN-Gebäude als Ensemble von zwei markanten, zueinander orientierten Baukörpern dar, die eine gemeinsame Aussichtsterrasse als Vorplatz räumlich definieren. Hierher öffnen sich die Eingangs-Einschnitte, die den wettergeschützten Zugang zu den Erschließungskernen bilden. Über Aufzug und Treppenanlage werden alle Nutzungsebenen einschließlich der Stellplatzebene für Pkw angebunden.

 

Durch die dynamische Gebäudestruktur mit ihren nach Süden und Norden hin abgeschrägten Fassaden weisen die Nutzungseinheiten in den einzelnen Ebenen unterschiedlich große Flächen auf. Zusammen mit möglichen Verbindungen verschiedener Ebenen ergibt sich ein breites Spektrum flexibel vermietbarer Bereiche von etwa 286 bis 2582 qm. Durch die minimierten räumlichen und funktionalen Festlegungen aus Konstruktion und Haustechnik und ihre Bündelung im Bereich der Erschließungskerne ist die gesamte Bandbreite von offenen Büroorganisationsformen wie z. B. Open Space, Business Club oder Kombi- und Zellenbüros bis hin zu Wohnungen realisierbar.

 

Das verbindende Seegeschoß mit rund 800 qm zusammenhängender Büronutzung mit Panorama-Glasfassade zum See und einem begrünten Innenhof rundet das Gebäudekonzept ab. Die 69 Pkw-Stellplätze im Untergeschoss werden über eine dem vorhandenen Geländeverlauf folgende Zufahrt erschlossen.

 

* Florentiner Modeunternehmer Leonardo Ferragamo. 1988 stieg er mit einer gebrauchten Swan 51 in die noble Nautor-Welt ein, ersetzte das Schiff fünf Jahre später durch eine werftneue 68er und übernahm im Mai 1998 die ganze Werft. Quelle: F.A.Z., 14.11.2006, Nr. 265 / Seite T6

Tragwerk

Das statische Konzept sieht vor, das Gebäude in Massivbauweise mit tragenden Wänden und Stützen Stahlbeton zu errichten. Die Decken sollen hierbei in Ortbetonbauweise erstellt werden, wobei Decken- stärke und Bewehrung zur wirtschaftlichen Optimierung den gegebenen Spannweiten angepasst werden können. Der Einsatz von Halbfertigteilen insbesondere bei den Decken ist selbstverständlich möglich.

Das Stützenraster des Tragwerks ist auf Bürobauübliche Rastermaße ausgelegt. Die Decken sind als Flachdecken geplant. Für die Wirtschaftlichkeit des Tragwerks wurde Wert darauf gelegt, dass das Stüt- zenraster der oberen Geschosse auf die Stützenstellung in der Tiefgarage abgestimmt ist.

Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt durch die Treppenhaus- und Kernwände.
Eine Besonderheit der Konstruktion besteht in der Auskragung der Obergeschosse an der Nordseite, zum See hin. Die Brüstungen sind hier als auskragende Überzüge vorgesehen und setzen so die Tragachsen der Fassade im Bereich der Auskragungen fort. Um Verformungsdifferenzen zwischen den auskragenden Decken zu vermeiden, werden die drei Decken durch vertikale oder dem Fassadenverlauf folgende Trag- glieder miteinander verbunden.

Die vor der Fassade liegenden Bereiche sollen als leichte Konstruktionen in Stahl mit Holzbelag ausgebil- det werden.

In der mittleren Tragachse steht eine Betonscheibe, die im Erdgeschoss einseitig, also durch nur eine Stütze getragen wird. Die daraus resultierende Exzentrizität wird durch Deckenscheiben in die Wandschei- ben im Bereich der Treppenhäuser und Nebenraumkernzonen geleitet und dort aufgenommen. In den unteren Geschossen stehen ausreichend Wände zur Verfügung, um die abhebenden Kräfte in die umlie- genden Konstruktionen zu verteilen. In der Gründung entstehen keine besondern Beanspruchungen.

Durch die beschriebene Konstruktion können die geplanten Auskragungen ohne Sonderkonstruktionen und mit üblichen Bauverfahren wirtschaftlich umgesetzt werden.

Die Außenwände der Tiefgarage sind als Stahlbetonwände geplant, um die anstehenden Erddrucklasten aufzunehmen. Die Gründung des Gebäudes kann erst nach Vorliegen eines Baugrundgutachtens abschlie- ßend geplant und festgelegt werden. Bei normalen Bodenverhältnissen wird die Gründung je nach Grund- wasserverhältnissen mit Einzel- und Streifendfundamenten oder einer Gründungsplatte, gegebenenfalls mit örtlichen Verstärkungen, auszubilden sein.

 

 

Heizungs-/ Kälteanlagen

Die Wärmeenergie wird bivalent über einen, an das Gas-Versorgungsnetz der DEW21 angebundenen, Gas-Brennwertkessel und über eine Sole – Wasser Wärmepumpe mit Geothermiebohrungen unter der Tiefgarage bereitgestellt. Die zur Grundlastkühlung über Betonkerntemperierung in die Büronutzungsflä- chen benötigte Kälteleistung wird über die Sole-Wasser-Wärmepumpe bereitgestellt. Ein weiterer Kälte- ausbau ist in den Mieteinheiten optional über Kühldecken, Deckensegel oder Umluftkühlgeräte möglich. Die Spitzenlast zur Deckung des Wärmebedarfs wird über Heizkörper vor den Brüstungen und Konvekto- ren vor den bodentiefen Fensterflächen abgedeckt.

Die Regelung der bivalenten Energieerzeugung wird so ausgeführt, dass über eine Bivalenzpunktüber- wachung ein kostenoptimierter Endenergieeinsatz sichergestellt ist. Im Kühlfall prüft die Regelung, ob die natürliche Kühlung aus den Erdwärmesonden (ohne Energieeinsatz der Verdichter) ausreicht, oder ob aktive Kälteerzeugung notwendig wird.

Die Anlagentechnik erfüllt neben der beschriebenen Betriebskostenminimierung die gesetzlichen Anforderungen an das EEWärmeG sowie die energetischen Standortanforderungen.

 

Lüftungsanlagen

Die Be-/ Entlüftung der WC-Anlagen und der innen liegenden Arbeitsbereiche wird durch den Einsatz einer Lüftungsanlage mit den Luftbehandlungsfunktionen Filtern, Heizen, Kühlen,Wärmerückgewinnung mit reiner Außenluft sichergestellt. Die RLT-Anlage wird als Flachgerät individuell nach den Erfordernissen der jeweiligen Mieteinheit unter der Decke platziert und an einen zentralen Außenluft-/ Fortluftschacht angebunden. 

Presse

Pressemitteilung zum 1. Spatenstich
_pr_ops_SWAN_29042014 (2014-04-29).pdf
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