Servicecenter Borussia Dortmund

Konzept Die Wettbewerbsplanung bezieht sich auf eine Grundstücksfläche, für die vom Verfasser bereits ein Vorkonzept entwickelt worden ist: maßgebende Kriterien waren seinerzeit die Erschaffung einer BVB-Erlebnis-Welt in einem gestalterisch unabhängigen, runden  Solitärbaukörper, der durch filigrane Stützen aufgeständert durch Rampen erreichbar über der Landschaft und den Parkplatzflächen schwebt. Es sollte den Besucher in eine Erlebniswelt entführen und  museale Nutzungsanteile mit Merchandising  kombinieren, ohne daß Verwaltungsbereiche integriert waren oder ein Massenansturm für Ticketverkäufe vorgesehen war.

Schematische Darstellung des Tragwerks
Schematische Darstellung des Tragwerks

„sensibel und ortsgebunden“ Auf Grund der nun anders definierten Anforderungen an ein Servicecenter für Borussia Dortmund kehrt sich nun auch der Konzeptansatz um: das Gebäude wird einerseits die städtebauliche Situation im Sinne des (Straßen-) namensgebenden Stadtplaners Strobel ergänzen und den Stadionvorplatz räumlich fassen. „kraftvoll und grazil“ Als Gegenstück zum August-Lenz-Haus stärkt es mit gleicher Formensprache und Materialität den Platzcharakter und  rückt das Stadion in die Mitte – es bildet einen Rahmen. Gleichzeitig wird es ein einladender Raum sein, der sich über großzügige Verglasungen dem Besucher offen und Neugierde weckend präsentiert. Die verglasten Stirnseiten können entsprechend ihrer Fernwirkungen z.B. zum Vorplatz hin mit großformatigen Punktraster-Brandings versehen werden und machen so ihre Funktion und Zugehörigkeit zum Ensemble auch inhaltlich deutlich. „strahlend, nicht blass“ Die Eingangsfassade zur Verlängerung der Strobelallee ist als großes, zweigeschossiges, zu den heranströmenden Fans ausgerichtetes Schaufenster mit dem gleichen Fassadenraster wie das August-Lenz-Haus ausgebildet. Die zurückliegende Geschoßdecke des Obergeschosses lenkt den Blick auch schon von außen in die zweite Verkaufsebene. 

Das Gebäude ist gemäß der gewünschten Nutzungs-Szenarien des Raumprogramms in einen Kopf, der neben dem Eingang alle Sonderfunktionen enthält, und einen Körper mit dem zweigeschossigen Erlebnis-Verkaufsraum gegliedert. Durch den Eingang wird die wirtschaftliche klare kubische Form des Baukörpers nicht gestört – das schützende Vordach markiert die Funktion. „geradlinig und offen“ An das Foyer schließen alle besucherorientierten Funktionsbereiche und die WCs so an, daß sie einzeln und unabhängig voneinander betrieben werden können oder auch geschlossen bleiben. „herzlich und einladend“ Das Ticketing ist an vorderster Position mit mobilen Countern und einem möglichen zusätzlichen Ausgang auch auf große Menschenmengen ausgelegt. Seitlich ist das Reisebüro in einer differenzierteren Raumgliederung mit Beraterplätzen, vertraulicher Beratung und Backofficebereichen angeordnet.  Der Fanshop kann durch Schließen einer mobilen Trennwand komplett unabhängig von den anderen Funktionen betrieben werden und werktags ressourcensparend auf die Eingangsebene beschränkt werden. Durch die Abhängung der Galerie-Ebene vom Dachtragwerk entsteht ein großzügiger stützenfreier Grundriß. Die sichtbare Stahlkonstruktion und teilweise offen geführten technischen Installationen vermitteln einen innovativen, dem Stadion verwandten Charakter. „stolz, nicht elitär“ Zentrale Attraktion ist die kunstrasenbelegte Aktionsfläche mit anschließender Tribüne. Sie kann für die Warenpräsentation, als Ruhebereich für Besucher oder auch für kleinere Veranstaltungen, Autogramm- und Fotoaktionen vielfältig genutzt werden. Gleichzeitig leitet sie mit großer Geste auf die obere Verkaufsebene.

© drahtler-architekten 2013
© drahtler-architekten 2013

Unterhalb der Tribüne finden sich wie beim großen Vorbild  Counter, hier z.B. für Serviceleistungen wie Trikotbeflockung etc. Ähnlich dem interessant gestalteten Kundenweg im bestehenden Fanshop im August-Lenz-Haus soll auch hier das Einkaufen ein räumlich-architektonisch unterstütztes Erlebnis werden. „lustvoll, nicht nüchtern“ Als denkbare Ergänzung kann eine süd-west-orientierte Terrasse das Angebot abrunden. Eine zentral angeordnete Treppen- und  Aufzugsanlage erschließt alle Ebenen barrierefrei – wenn gewünscht auch die optional nutzbare Dachfläche. Im Obergeschoß sind die Konferenz- und Büroflächen der Abteilung Organisation im „Kopf“ des Baukörpers angeordnet, im Untergeschoß die dienenden Nutzungen wie Personalumkleiden, Lagerflächen und Technik. Jenseits der unverändert bestehen bleibenden, dann überbauten Abfahrt zu der Parkplatzfläche wird die Lüftungs- und Kältetechnik so angeordnet, daß die Kanaltrassen auf direktestem Weg in die zu versorgenden Gebäudebereiche geführt werden können.